Blaustirnamazone

Blaustirnamazone (Amazona aestiva)

Beschreibung

Größe: 37 cm groß
Grundfarbe grün, Federn mit leicht schwärzlicher Säumung; Kopfzeichnung sehr variabel; Stirn und Zügel blau; Vorderscheitel, Augenbereich, manchmal auch Ohrdecken und Schenkel gelb; unterer Wangenbereich und Kinn grün, blau oder gelb; Flügelbug rot, eventuell mit gelben Federn durchsetzt; Flügelsaum gelbgrün; Handdecken und Handschwingen zur Spitze hin violettblau; äußere fünf Armschwingen mit rotem Flügelspiegel; Schwanz grün mit gelblicher Spitze; Basis der äußeren Schwanzfedern rot; nackter Augenring weißlich-grau; Schnabel dunkelgrau; Iris orange; Füße grau; keine äußeren Geschlechtsmerkmale; Jungvögel mit matteren Farben; Kopf mit nur wenig ausgeprägter Blau- und Gelbfärbung, gelegentlich vollständig grün; Iris dunkel

Verbreitung

1. Blaustirnamazone (Rotbugamazone) / Amazona a. aestiva: Ost-Brasilien von Piaui südwärts bis Rio Grande do Sul und Südost-Mato-Grosso
2. Gelbflügel-Blaustirnamazone (Gelbbugamazone) / Amazona a. xanthopteryx: Südwest-Mato-Grosso, Brasilien, Nord- und Ost-Bolivien, Paraguay und Nord-Argentinien

Lebensweise in freier Natur

Blaustirnamazonen sind in unterschiedlichsten Landschaftsformen anzutreffen. Sie bewohnen sowohl Wälder, Palmenhaine und mit Bäumen bestandene Savannengebiete als auch Rodungs- und Anbauflächen. Der Lebensraum der Amazone erstreckt sich in Höhen von bis zu 1600 m. Der Status dieser Art wird als häufig eingeschätzt, vielerorts ist die Blaustirnamazone die am zahlreichsten vorkommende Amazonenart. Vermutlich gibt es jedoch örtlich Bestandsrückgänge durch den jahrelang intensiv betriebenen Fang für den Wildvogelhandel. Die Vögel werden paarweise oder in kleinen Trupps gesichtet, an den Schlafbäumen versammeln sich abends gelegentlich viele solcher Gruppen zu riesigen Schwärmen. Nicht selten sind die Blaustirnamazonen auch zusammen mit Venezuela-Amazonen (Amazona amazonica) anzutreffen. Außerhalb der Brutzeit unternehmen die Schwärme häufig Wanderungen. Oft kommen die Vögel örtlich in großer Zahl vor und sind dann, wenn sie den Distrikt wieder verlassen haben, jahrelang nicht mehr in diesem Gebiet zu sehen. Tagsüber halten sich die Blaustirnamazonen meist in den Baumkronen auf, wo sie nur schwer zu beobachten sind. In der Regel verhalten sich die Tiere nur wenig scheu, wenn sie aber aufgeschreckt werden, fliegen sie laut kreischend davon. Die Nahrung der Blaustirnamazonen besteht aus Früchten (z.B. Palmfrüchten), Beeren, Sämereien, Nüssen, Blüten und Knospen. Gelegentlich fallen die Vögel in Anbaugebiete ein und richten dort große Schäden an. Die Brutzeit liegt zwischen Oktober und März. Die Nisthöhlen befinden sich in abgestorbenen Bäumen oder Palmen und werden meist jedes Jahr erneut benutzt. Pro Hektar Wald wird durchschnittlich eine Bruthöhle gefunden. Das Gelege besteht aus 2-4 Eiern. Nach 25-26 Tagen schlüpfen die Küken. Nach etwa 10 Wochen fliegen die Jungtiere aus, der Familienverband bleibt aber noch längere Zeit bestehen.

Haltung in Menschenobhut

Die Blaustirnamazone ist seit jeher die am häufigsten in Menschenobhut gepflegte Amazonenart. Jedoch stellt die gängige Haltungsform selbst heute noch die Einzel- und Käfighaltung dar, was den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht wird. Als Mindestmaß für eine Zimmervoliere gilt 2 m x 1 m x 2 m (Länge x Breite x Höhe), wobei die Vögel aber unbedingt täglich mehrere Stunden Freiflug in der Wohnung erhalten müssen. Ist das nicht möglich, sollte in etwa das Doppelte an Platz berechnet werden. Die besten Bedingungen finden die Amazonen bei der Haltung in einer Freivoliere mit anschließendem Schutzraum, der im Winter auf 5-10 Grad erwärmt werden muss. Die Einzelhaltung von Blaustirnamazonen ist wie erwähnt abzulehnen, die Tiere sollten zumindest paarweise untergebracht werden. Außerhalb der Brutzeit ist bei genügend Ausweichmöglichkeiten auch die Gruppenhaltung und die Vergesellschaftung mit anderen Amazonenarten möglich. Blaustirnamazonen verhalten sich meist recht aktiv und lebhaft, aber auch laut. Vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden lassen sie häufig ihre metallischen Rufe hören. Die Tiere besitzen ein ausgeprägtes Nagebedürfnis, sie müssen daher regelmäßig frische Zweige und morsches Holz bekommen. Bei der Haltung in Innenräumen ist auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit (60-70%) zu achten. Außerdem sollten die Amazonen mehrmals wöchentlich abgeduscht werden.

Quellen:

http://www.vogellexikon.de
http://de.wikipedia.org