Gelbhaubenkakadu

Gelbhaubenkakadu (Cacatua galerita)

Beschreibung

Größe: 50cm
Männchen: Grundfarbe weiß; Ohrdecken blaßgelb; Federhaube gelb; Unterflügeldecken und Unterschwanzdecken mit gelblichem Anflug; Basis der Hals- und Wangenfedern gelblich; Augenring weißlich; Iris schwarzbraun; Füße dunkelgrau; Schnabel schwarz
Weibchen: wie Männchen gefärbt, jedoch mit rotbrauner Iris
Jungvögel: eventuell leicht gräulicher Anflug auf Scheitel, Rücken und Flügeldecken; braune Iris bei beiden Geschlechtern, die sich bei Weibchen im Alter von 2-3 Jahren umfärbt

Verbreitung

Ost- und Südost-Australien, Tasmanien und King-Island; auf Neuseeland eingebürgert

Lebensweise in freier Natur

Gelbhaubenkakadus bewohnen Wälder, offene Waldzonen, Waldränder und halbtrockene Gebiete mit Baumbestand. Ihr Lebensraum erstreckt sich in Höhen von bis zu 1500 Metern, örtlich sind die Kakadus auch in Höhen von bis zu 2400 Metern anzutreffen. Der Status dieser Art wird als durchweg häufig eingeschätzt, örtlich wurden die Bestände jedoch durch den Fang und die Jagd dezimiert. Außerhalb der Brutzeit leben Gelbhaubenkakadus paarweise oder in kleinen Gruppen mit bis zu 30 Vögeln. In Australien kommt es häufig auch zur Bildung größerer Schwärme, die aus hunderten Individuen bestehen können. Als Schlafplätze werden hohe, möglichst an Waldrändern gelegene Bäume bevorzugt. Bei Sonnenaufgang fliegen die Vögel laut kreischend zur Wasserstelle und anschließend zu den Nahrungsgebieten. Die heißen Mittagsstunden verbringen Gelbhaubenkakadus im Schatten der Baumkronen. Abends fliegen die Tiere wieder zurück zu den Schlafbäumen, wo sich die Paare durch lautes Gekreische und kleine Streitereien jeweils den besten Schlafplatz sichern wollen. Meist herrscht erst bei Einbruch der Dunkelheit Stille. Örtlich unternehmen die Gelbhaubenkakadus im Winter und im Sommer vertikale Wanderungen. Die in Neuguinea lebenden Gelbhaubenkakadus zeigen sich meist nur wenig scheu, die australischen Vögel besitzen dagegen eine große Fluchtdistanz. Da sie oft von den Farmern bejagt werden, sind die Kakadus hier sehr vorsichtig geworden. Zur Nahrungssuche bleiben immer einige "Wächter" auf erhöht gelegenen Sitzästen, während der Rest des Schwarmes am Boden frißt. Bemerkt einer dieser "Wächter" eine potentielle Gefahrenquelle, stößt er einen Alarmruf aus, woraufhin sich der gesamte Schwarm in die Luft begibt. Das Futter der Gelbhaubenkakadus besteht aus Samen (z.B. Gras- und Distelsamen), Früchten, Beeren, Nüssen, Knospen, Blüten, Insekten und deren Larven. Die Tiere fallen regelmäßig in Anbaugebiete ein, weshalb sie wie erwähnt oftmals verfolgt und getötet werden. Die Brutzeit liegt im südlichen Australien zwischen August und Jänner, in Nord-Australien zwischen Mai und September und in Süd-Neuguinea zwischen August und November. In Nord-Neuguinea verschiebt sich der Beginn der Brutzeit in die Monate Februar bis März. Als Brutplätze finden gelegentlich auch Felshöhlen Verwendung, möglichst hoch gelegene Baumhöhlen werden jedoch bevorzugt. Es wurden Nester in Höhen von 3,6 bis 30 Metern gefunden. Oft befinden sich die Brutbäume in der Nähe einer Wasserstelle. Innerhalb der Höhle dient meist eine Schicht aus Holzmulm und abgebissenen Holzspänen als Unterlage. Das Gelege besteht aus 2-3 Eiern, welche von beiden Partnern etwa 30 Tage lang bebrütet werden. Nach 10 Wochen fliegen die Jungvögel aus.

Haltung in Menschenobhut

Zur Unterbringung von Gelbhaubenkakadus empfiehlt sich eine Voliere mit den Maßen 6m x 2m x 2m (Länge x Breite x Höhe). Die Voliere muss unbedingt aus einem Metallgerüst und einem starken Drahtgeflecht bestehen, da andere Materialien den Schnäbeln der Kakadus nicht lange Stand halten. Im Winter sollten Gelbhaubenkakadus bei mindestens 5 Grad gehalten werden. Bei der geplanten Außenhaltung ist zu beachten, dass Gelbhaubenkakadus eine sehr laute Stimme besitzen, die sie vorzugsweise in den frühen Morgenstunden hören lassen. Für die Einzelhaltung bzw. Käfighaltung sind Gelbhaubenkakadus ungeeignet, sie benötigen viel Flugraum und sollten immer Kontakt zu Artgenossen halten können. Bei ungeeigneten Haltungsbedingungen neigen Kakadus sehr zu verschiedenen Verhaltensstörungen, wie z.B. dem Federrupfen und Dauerschreien. Anfangs sind die Vögel meist etwas scheu, mit der Zeit werden die Paare jedoch immer zutraulicher. Gelbhaubenkakadus besitzen ein ausgeprägtes Nagebedürfnis und sollten daher ständig entsprechend starke Zweige und auch morsches Holz als Beschäftigungsmaterialien vorfinden. Gelegentlich sollten die Tiere abgeduscht werden.

Quellen:

http://www.vogellexikon.de
http://de.wikipedia.org