Gelbnackenamazone

Gelbnackenamazone (Amazona o. auropalliata)

Beschreibung

38 cm groß; Gefieder wie bei Amazona o. ochrocephala, aber mit grünem Scheitel und grünen Schenkeln; Stirn grün, manchmal mit wenigen gelben Federn durchsetzt; variabel ausgedehnte Gelbfärbung am Nacken; Flügelbug grün, bei manchen Exemplaren mit vereinzelten roten Federn; Schnabel dunkelgrau

Verbreitung

Pazifikseite von Nordwest-Costa-Rica, nordwärts bis Ost-Oaxaca, Süd-Mexiko

Lebensweise in freier Natur

Gelbnackenamazonen bewohnen alle tropischen und subtropischen Landschaftsformen mit Baumbestand. Die Tiere halten sich bevorzugt an den Waldrändern auf. Außerdem findet man sie in Savannen und Gebieten mit hoher Buschvegetation. Gelegentlich werden die Vögel auch in Anbauflächen, Kaffeeplantagen und in der Nähe von Dörfern beobachtet. Die Nominatform, die Marajo-Amazone, die Nattereramazone und die Panama-Amazone weisen die stabilsten Bestände auf, da deren Verbreitungsgebiete durch menschliche Eingriffe bisher nur kaum beeinflusst worden sind. In einigen Teilen Panamas und im nördlichen Kolumbien gibt es jedoch örtlich, vor allem in der Nähe von Siedlungszentren, Bestandsrückgänge durch Rodungen und den Fang für den Wildvogelhandel. Tres-Marias-Amazonen sind auf allen vier Inseln noch recht weit verbreitet. Gelbnackenamazonen und Rotbug-Gelbnackenamazonen kommen noch verhältnismäßig zahlreich vor, durch Waldrodungen zeigen die Populationen aber bereits etwas rückläufige Tendenzen. Gelbkopfamazonen, Doppelgelbkopfamazonen und Große Gelbkopfamazonen sind mittlerweile selten geworden. Seit den 70er Jahren treten durch die Umwandlung des natürlichen Lebensraumes in landwirtschaftliche Nutzflächen großräumige Habitatsverluste auf. Zudem führten Fangaktivitäten zu drastischen Bestandsabnahmen. In Mexiko werden meist nur noch Paare oder kleine Gruppen in Gebieten gesichtet, in denen früher große Scharen lebten. In Tamaulipas, San Luis Potosi und dem nördlichen Veracruz, wo die Vögel einst zahlreich waren, existieren lokal nur noch stark reduzierte Populationen. Gelbnackenamazonen sind im Allgemeinen paarweise oder in kleinen Trupps unterwegs, nicht selten kommt es auch zur Bildung größerer Schwärme, die aus bis zu 250 Individuen bestehen können. Die Vögel verhalten sich auf den Flügen von und zu den Schlafbäumen besonders auffällig, sie breiten sich auf mehreren Bäumen aus und versuchen unter lautem Geschrei, die besten Schlafplätze für sich zu beanspruchen. In den frühen Morgenstunden fliegen die Gelbnackenamazonen regelmäßig zum Baden an die nahe gelegenen Flüsse. Mittags ruhen die Tiere in den Kronen schattenspendender Bäume, wo sie sich sehr leise verhalten. Die Nahrung der Gelbnackenamazonen besteht im Freiland aus Früchten, Samen, Nüssen, Blüten, Beeren und Knospen. Die Tiere suchen täglich scharenweise die sogenannten "Barreiros" (Stellen an Flussufern und Steilhängen, an denen mineralhaltige Erde offen zutage tritt) auf, um dort ihren Mineralstoffbedarf zu decken. Die Brutzeit ist aufgrund des großen Verbreitungsgebietes der Art unterschiedlich. Sie liegt in Mittelamerika zwischen März und Juni, in Kolumbien und Venezuela zwischen April und Juli und in Brasilien zwischen Juni und Oktober. Auf den Tres-Marias-Inseln beginnen die Vögel im Februar und auf Trinidad im März mit den Brutaktivitäten. Die Nisthöhlen befinden sich meist in hohen abgestorbenen Bäumen und Palmen. Die Nominatform brütet auch in Baumtermitenbauten. Das Gelege besteht aus 2-4 Eiern, die etwa 26 Tage lang bebrütet werden. Nach ungefähr 65 Tagen fliegen die Jungvögel aus.

Haltung in Menschenobhut

Die Gelbnackenamazone gehört neben der Blaustirnamazone (Amazona aestiva) und der Venezuela-Amazone (Amazona amazonica) zu den am häufigsten gehaltenen Amazonenarten. Aufgrund des lebhaften Verhaltens benötigen die Vögel eine große Unterkunft, als Mindestmaß gilt in etwa 4 m x 2 m x 2 m (Länge x Breite x Höhe). Kleinere Zimmervolieren können nur verwendet werden, wenn die Tiere täglich mehrere Stunden Freiflug in der Wohnung erhalten. Ideal ist die Unterbringung in einer Außenvoliere mit anschließendem Schutzraum, der im Winter auf mindestens 10 Grad erwärmt werden muss. Zum Volierenbau sind möglichst stabile Materialien vorzuziehen, da Gelbnackenamazonen gerne nagen und Holzkonstruktionen schnell zerstören können. Aufgrund des ausgeprägten Nagebedürfnisses sollten regelmäßig frische Zweige gereicht werden. Gelbnackenamazonen eignen sich nicht für die Einzelhaltung, sie müssen zumindest paar- oder gruppenweise untergebracht werden. Außerhalb der Brutzeit gestaltet sich auch die Vergesellschaftung mit anderen Amazonenarten in der Regel problemlos. Die Vögel verhalten sich leider besonders in den Morgen- und Abendstunden mitunter sehr laut, was vor allem bei einer geplanten Außenhaltung beachtet werden sollte. Wie bei anderen Papageien, die in tropischen oder subtropischen Gebieten heimisch sind, muss auch bei Gelbnackenamazonen auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit (60-70%) geachtet werden. Die Tiere sollten außerdem regelmäßig abgeduscht werden, in Außenvolieren können zu diesem Zweck auch Beregnungsanlagen eingesetzt werden.

Quellen:

http://www.vogellexikon.de
http://de.wikipedia.org