Gelbwangenamazone

Gelbwangenamazone (Amazona autumnalis)

Beschreibung

Größe: 34 cm groß
Grundfarbe grün; Stirn und Zügel rot; Scheitel und Nacken grün, Federn mit breiten blau-lila Spitzen und schwärzlichen Endsäumen; oberer Wangenbereich und Ohrdecken gelb bis orange, gelegentlich mit Rot durchsetzt; Armschwingen grün, zur Spitze hin dunkelblau; roter Flügelspiegel auf den ersten 5 Armschwingen; Schwanz grün mit gelblicher Spitze; äußere Schwanzfedern mit blauen Außenfahnen; nackter Augenring weißlich; Oberschnabel hornfarben, unterer Teil der Basis und Spitze dunkel; Iris orange, Füße grau; keine äußeren Geschlechtsmerkmale; Jungvögel mit weniger Rot auf der Stirn; Wangen gelb, oft mit grünen Federn durchsetzt; Iris dunkel

Verbreitung

Karibikseite von Tamaulipas, Mexiko, südwärts bis Nord-Nicaragua; Bay-Inseln, Honduras; in Nordost-Nicaragua fließender Übergang zu Amazona a. salvini

Lebensweise in freier Natur

Gelbwangenamazonen bewohnen Wälder der feuchten Tieflandgebiete in der tropischen Zone. Die Vögel halten sich vorzugsweise an den Waldrändern auf. Außerdem werden sie in Gegenden mit Mangrovensümpfen, Sekundärvegetationen, Rodungs- und Anbauflächen beobachtet. Die Nominatform ist desöfteren auch in trockeneren Savannengebieten anzutreffen. Wie erwähnt sind die Amazonen vor allem in den Tiefebenen zu finden, in Honduras erstreckt sich der Lebensraum aber auch bis in Höhen von 1100 m. Gelbwangenamazonen sind verhältnismäßig häufig, örtlich gibt es jedoch deutliche Bestandsrückgänge durch die Zerstörung des natürlichen Habitates und den Fang für den Wildvogelhandel. Die Tiere leben paarweise oder in kleinen Trupps zusammen, nicht selten kommt es auch zur Bildung großer Schwärme. Abends versammeln sich die Gruppen an den Schlafbäumen, morgens fliegen die Vögel wieder paar- oder scharenweise ab. In den frühen Morgen- und Abendstunden verhalten sich die Gelbwangenamazonen besonders aktiv, während der heißen Mittagsstunden sind sie dagegen ruhig und eher träge. Die Nahrung der Amazonen besteht im Freiland aus Früchten (vor allem Palm-, Zitrus- und Mangofrüchten), Sämereien, Beeren, Nüssen, Blattknospen und Blüten. Sie fallen gelegentlich auch in Obstplantagen ein. Die Brutzeit liegt zwischen Februar und Juni. Die Nisthöhlen befinden sich in abgestorbenen Bäumen oder Ästen. In einem Fall lag der Bruthöhleneingang in 6 m Höhe. Das Gelege besteht aus 2-4 Eiern, die etwa 25 Tage lang bebrütet werden. Nähere Informationen zum Brutverhalten sind nicht vorhanden.

Haltung in Menschenobhut

Die Nominatform gehört neben der Blaustirnamazone (Amazona aestiva), Venezuela-Amazone (Amazona amazonica) und der Gelbscheitelamazone (Amazona ochrocephala) zu den am häufigsten gehaltenen Amazonenarten. Die Unterarten, vor allem die Diademamazone, sind dagegen seltener in Menschenobhut anzutreffen. Zur Unterbringung sollte möglichst eine Außenvoliere mit anschließendem Schutzraum gewählt werden. Das Außengehege sollte etwa 4 m x 2 m x 2 m (Länge x Breite x Höhe) groß sein. Kleinere Zimmervolieren kommen nur in Frage, wenn die Vögel täglich Freiflug in der Wohnung erhalten. Während der Eingewöhnungszeit sind die Tiere nicht selten etwas empfindlich, anfangs müssen sie bei mindestens 18-22 Grad gehalten werden. Später zeigen sich die Amazonen in der Regel robust, auch bei bereits akklimatisierten Vögeln darf die Temperatur im Schutzraum aber nicht unter 10-15 Grad abfallen. Gelbwangenamazonen eignen sich nicht für die Einzelhaltung, sie müssen zumindest paarweise untergebracht werden. Bei genügend Ausweichmöglichkeiten ist normalerweise auch die Gruppen- oder Gemeinschaftshaltung mit anderen Amazonenarten möglich. Das Nagebedürfnis der Gelbwangenamazonen ist verhältnismäßig groß, sie sollten so oft wie möglich frische Zweige bekommen. Bei der Haltung in Innenräumen muss auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit (60-70%) geachtet werden, außerdem sollten die Tiere mehrmals wöchentlich abgeduscht werden.

Quellen:

http://www.vogellexikon.de
http://de.wikipedia.org